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Archaeoastronomie


Äquinox Beobachtungen am Atlatl Rock


Valley of Fire State Park, NV, USA

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Dies ist eine Zusammenfassung der Beobachtungen des Schattenverlaufs am Atlatl Rock im Valley of Fire in Nevada und deren Ergebnissen in deutscher Sprache. Die eigentlichen Seiten sind in englischer Sprache geschrieben da sich der Ort in den USA befindet und auch weil somit einem breiteren Publikum die Ergebnisse der Beobachtungen präsentiert werden können. Verweise zu anderen Seiten innerhalb dieser Web-Site führen dann zu den englischsprachigen Seiten.

Eine sehr ähnliche Zusammenfassung habe ich in Form einer Broschüre im A4 Format (~4 MB) erstellt, die als pdf-Datei heruntergeladen und ausgedruckt werden kann.

Zusammenfassung

    Die Entdeckung
    Lage und Beschreibung der Fundstätte
    Die Markierungen
    Sonnenlauf zur Zeit des Herbst-Äquinoktiums
    Der Schattenverlauf am Atlatl Rock
    Was wurde markiert?
    Beschreibung des Schattenverlaufs über ein Jahr
    Zeitplan für (zukünftige) Beobachtungen

    Bemerkungen, offene Fragen, Gedanken und vorgeschlagene Beobachtungen

Die Entdeckung

Während einer Reise durch den südlichen Teil der USA, besuchten meine Frau und ich im September 2008 zum ersten Mal den
Valley of Fire State Park, NV.

Da wir uns für historische Orte interessierten, folgten wir den Schildern zu den Atlatl Rock Petroglyphen, ohne zu wissen, was uns erwarten würde. Wir machten ein paar Fotos von der Felskunst und genossen den wunderschönen Park.

Als ich zu Hause in Deutschland anfing die über 4000 Bilder zu sichten, die ich während der vierwöchigen Reise gemacht hatte stellte ich fest, dass der Schatten eines Felsens genau durch die Mitte der konzentrischen Kreise und dem Kreuz der Petroglyphen am Atlatl Rock verlief. Als professioneller Astronom, der sich auch für die Geschichte der Astronomie interessiert, hatte ich ähnliche Ausrichtungen in Büchern gesehen, aber ich hatte nie erwartet, selbst eine solche Ausrichtung zu entdecken. Nirgends wird in der einschlägigen Literatur diese Ausrichtung am Atlatl Rock erwähnt.

Atlatl Rock, 12. September 2008 um 11:32 Uhr PDT;
zehn Tage vor dem astronomischen Herbstäquinoktium 2008
Als ich das Datum der Aufnahme überprüfte, stellte sich heraus, dass diese besonderen Petroglyphen wahrscheinlich gemacht wurden, um ein bestimmtes Datum zu markieren. Wir waren am 12. September 2008 gegen 11:30 Uhr PDT dort, fast zur richtigen Zeit um zu sehen, wie der Schatten durch die Mittelpunkte der konzentrischen Kreise und den Mittelpunkt des Kreuzes geht. Könnte es sein, dass diese Ausrichtung vorgenommen wurde, um das Datum des Herbstäquinoktiums anzuzeigen, das zehn Tage später war?

Wie sich später bei meiner Analyse von weiteren Beobachtungen, die ich in den Jahren 2010, 2015, 2017 und 2018 gemacht habe, und dem Studium von Veröffentlichungen zu diesem Thema herausstellte, können die durch die Markierungen angezeigten Ereignisse auch einige andere besondere Tage um die Tagundnachtgleiche wie zum Beispiel die Tage im Frühling und Herbst in der Mitte zwischen Sommer- und Wintersonnenwende sein. Diese beiden besonderen Tage im Jahr werden "Solar Quarter Days" genannt (s. Beschreibung weiter unten).
Sie können auch den Beginn der Pflanzsaison im Frühjahr oder bevorstehende Zeremonien im Herbst markieren.

Seltsamerweise konnte ich trotz intensiver Suche keine Veröffentlichung finden, die diese Ausrichtung am Atlatl Rock und eine mögliche astronomische Bedeutung der Petroglyphen an der Stelle erwähnt.


Bemerkungen

Vielen Dank an meine Frau für ihre Geduld in all den Jahren während der vielen Morgen, die sie allein zum Frühstück im Hotel oder auf dem Parkplatz am Atlatl Rock verbringen musste, wenn ich den Sonnenaufgang und die Bewegung des Schattens am Vormittag beobachtete und fotografierte!

Viele Ideen und Beispiele für die Verwendung ähnlicher "Felskunst" durch Himmelsbeobachter aus alten Zeiten im amerikanischen Südwesten sind in Kenneth J. Zolls Büchern über seine Forschungen über Petroglypen und Himmelsbeobachtungen in Zentral-Arizona enthalten (siehe [B06] und in jüngerer Zeit eine Zusammenfassung in [B08] ). Obwohl es sich in der Literatur um Menschen und ihre Felskunst südöstlich des Valley of Fire in Zentral-Arizona handelt, waren viele der Erkenntnisse in diesem Buch sehr inspirierend und nützlich für die Interpretation meiner hier vorgestellten Beobachtungen.

Das North Shore Inn at Lake Mead, Overton, NV war unsere Basis seit 2011 (letzter Besuch 2018). Dieses schöne Hotel mit seinen freundlichen Besitzern und Mitarbeitern liegt etwa 29 km (18 Meilen; 30 Minuten) vom Atlatl Rock entfernt und ist unsere Lieblingsunterkunft dort. Wenn die Temperaturen im Tal manchmal fast 50C erreichten, war ein Bad im Pool immer eine große Erleichterung.

Die Valley of Fire Website der deutschen Fotografen Isabel und Steffen Synnatschke zeigt meiner Meinung nach die schönsten Fotos dieses State Parks. Sie haben einen eGuide herausgegeben , der sehr nützlich ist und den ich sehr empfehle.

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 Lage und Beschreibung der Fundstätte

  • Atlatl Rock ist eine sehr leicht zugängliche Felszeichnungsstätte. Sie befindet sich im Valley of Fire State Park etwa 80 Meilen nordöstlich von Las Vegas, Nevada, USA.

  • Die interessanten Petroglyphen befinden sich links (südlich) an einer geraden, glatten Felswand, die fast perfekt senkrecht zur Richtung nach Osten ausgerichtet ist. Die Felszeichnungen befinden sich in einer Höhe von etwa 20 Metern (geschätzt) und sind vom Boden aus gut sichtbar. Es ist kein Klettern auf den Felsen notwendig (das sollte man sowieso nie tun!), da auf der Höhe der Petroglyphen jetzt eine Plattform montiert ist.

  • Der Schatten am Atlatl Rock wird von einem Felsen südlich der Wand geworfen, der eine obere Kante mit einer Neigung hat, die fast parallel zum Lauf der Sonnenbahn am Morgen ist. Dadurch ändert sich die Oberkante des Schatten auf dem Atlatl Rock in dieser Zeit fast nicht. Sobald der Schatten am Morgen die Wand erreicht hat, ist eine gerade obere Schattenlinie sichtbar, die ihre Position zwischen den folgenden Tagen langsam ändert. Zusätzlich gibt es jeden Tag noch eine sekundäre Bewegung der Schattenoberkante nach unten, die weiter unten detaillierter beschrieben wird.

  • In der Nähe des Atlatl Rocks befinden sich viele andere Petroglyphen, einige auf Bodenhöhe und andere auf den Felsen nordwestlich des Atlatl Rocks.
    Manchmal kann der Ort sehr voll sein, wenn ein Bus aus Las Vegas ankommt und viele Touristen ankommen.

  • Weitere Einzelheiten zum Standort finden Sie im Abschnitt "The Site".





Ansicht des Atlatl Rock von NNE (vom Parkplatz aus)
etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang im September

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Die Markierungen

  • Am Atlatl Rock gibt es drei besondere Petroglyphen, die in der Zeit um die Tagundnachtgleiche wahrscheinlich eine besondere Funktion haben. Sie gehören zu einer Gruppe von weiteren Petroglyphen, die unter anderem einen Atlatl ( Speerschleuder) zeigen, der dem Felsen seinen Namen gibt.

  • Die vermuteten Tagundnachtgleichen-Markierungen sind vier konzentrische Kreise (bekannt als Sonnenmarker), ein umrissenes Kreuz (hier zumindest an dieser Stelle als Tagundnachtgleiche-Markierung vorgeschlagen) und eine Petroglyphe, die ich "Fuß" ("foot") nenne , da ich sie in Listen benannter Petroglyphen nicht finden konnte.
    concentric circles
    konzentrische  Kreise
    Durchmesser
    ca. 30 cm
    outlined cross
    Kreuz
    Durchmesser
    50 cm x 50 cm
    foot
    Fuß   ("foot")
    Durchmesser
    ca. 15 cm


Petroglyphen in der Sonne
(im Sommer - da besser sichtbar)
  • Der "Fuß" ist die einzige Petroglyphe, die sich über einer Linie befindet, die die oberen Ränder der konzentrischen Kreise und das Kreuz verbindet.
    Die Schattenkante bewegt sich sieben bis zwei Tage vor der Herbst-Tagundnachtgleiche (oder zwei bis sieben Tage nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche) über den "Fuß" , wenn die anderen Marker und Petroglyphen bereits im Schatten (Herbst-Tagundnachtgleiche) oder noch im Schatten (Frühlings-Tagundnachtgleiche) liegen.
    Dies macht den "Fuß" zur einzigen Petroglyphe, die in Kontakt mit der Schattenkante zu der Zeit steht, die den Äquinoktien und den "Solar Quarter Days" am nächsten liegt!

  • Die Ausrichtung und die Abmessungen der konzentrischen Kreise und des Kreuzes sind so, dass die Schattenkante parallel zu den Markern verläuft. Die Schattenkante tangiert gleichzeitig die Oberkanten der beiden Markierungen. Dies gilt auch für die Mitten und die unteren Ränder der Marker (siehe Abschnitt "analysis").

  • Es ist hervorzuheben, dass alle Petroglyphen (außer dem "Fuß" (und einem Teil eines Atlatl)) links und unterhalb einer imaginären Linie liegen, die den oberen Rand der konzentrischen Kreise und das umrandete Kreuz tangiert.
Konzentrische Kreise
Konzentrische Kreise wie die am Atlatl Rock sind bekanntlich ein Symbol für die Sonne, wie sie z.B. von Patterson (1992: S. 66 ff, [B05] ) und Zoll (2014: S. 7 ff; dort zitiert, [B08] ) beschrieben werden.

Das Kreuz
Eine eindeutige Zuordnung eines Kreuzes mit gleichlangen Balken wie das am Atlatl Rock als Zeichen für die Tagundnachtgleiche findet sich nirgends in der Literatur, obwohl es mir sehr offensichtlich erscheint, dass dies besonders hier am Atlatl Rock der Fall ist. Ein umrissenes Kreuz wird in Patterson 1992: S. 76 ff, [B05] ) erwähnt, aber seine Bedeutung im amerikanischen Südwesten ist nicht sicher.

Der "Fuß"
Eine Suche in der Literatur nach dem "Fuß" ähnlichen Felsbildsymbolen ergab keine eindeutige Identifizierung. Es gibt ein Bild in Patterson (1992: S. 3, [B05], linkes Bild von Fußabdrücken), das Fußabdrücke zeigt, die eine leichte Ähnlichkeit mit dem "Fuß" haben, aber es gibt keine weiteren Informationen über den Zweck/die Funktion dieser "Markierung".
2008 besuchten wir den Newspaper Rock, San Juan County, UT (etwa 500 Meilen nordöstlich von Atlatl Rock). An der rechten oberen Ecke des Felsens befinden sich einige Petroglyphen die Fußabdrücke darstellen, und einer von ihnen (der einzige, der fünf Zehen hat und nicht sechs!) hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Fuß hier am Atlatl Rock.

Die Markierungen und die Position des Schattens, die bestimmte Tage um die Tagundnachtgleiche hervorheben, können von jeder Position vor dem Felsen aus gut betrachtet werden. Sie erfordern keine besondere Position des Betrachters und können somit von vielen Personen gleichzeitig betrachtet werden.
Dies steht im Gegensatz zu Markierungen in der Landschaft oder am Horizont, die vom Betrachter immer verlangen, sie von einem bestimmten Punkt aus zu betrachten.

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Sonnenlauf zur Zeit des Herbstäquinoktiums

Die Beobachtung des Schattenverlaufs um die Tagundnachtgleiche erweist sich als Hilfsmittel zur Bestimmung der zeitlichen Position während des Jahres. Dies ist wichtig und am nützlichsten beim Wechsel von Winter zu Frühling/Sommer, wenn die Pflanzsaison beginnt.
Aber wahrscheinlich ebenso wichtig ist die Anzeige des Begins der Herbst-/Wintersaison, denn das ist die Zeit für Erntefeiern und -zeremonien. Dies ist in der Literatur an vielen Stellen ausführlich beschrieben.

Um die Tagundnachtgleichen herum zeigt der tägliche Sonnenaufgangspunkt der Sonne die signifikantesten Änderungen am Horizont während eines Jahres.
Da am ausführlichsten beobachtet, dient das Herbstäquiniktium als Beispiel.

Änderung der scheinbaren Sonnenbahn in der Zeit um das Herbstäquinoktium:




Die Richtung zum Punkt am Horizont, an dem die Sonne zum ersten Mal bei Sonnenaufgang sichtbar ist, ändert sich um etwa 0,5 Grad pro Tag um die Zeit der Tagundnachtgleiche. (0,5 Grad ist fast genau der scheinbare Durchmesser von Mond und Sonne.) Dies macht die Beobachtung des Sonnenaufgangspunkts zu einem sehr guten und genauen Werkzeug, um bestimmte Zeit-Daten im Jahresverlauf zu markieren. Dies gelingt, wenn Strukturen am Horizont oder Peileinrichtungen verfügbar sind.
Aber auch die Höhe der Sonne um die Mittagszeit ändert sich in dieser Zeit um 0,3 Grad pro Tag erheblich und verursacht die tägliche Veränderung des Schattens am Atlatl Rock. Dies ist die primäre Schattenbewegung (primary shadow movement).

Sonnenaufgangspunkte in der Zeit um das Herbstäquinoktium:




Die Position des Sonnenaufgangspunkts um das Herbstäquinoktium herum wurde an acht Tagen (in verschiedenen Jahren) mit unterschiedlichem Abstand zum astronomischen Datum des Herbstäquinoktiums bestimmt. Eine Zusammenfassung ist das obige Bild mit den Entfernungen zum astronomischen Herbstäquinoktium in Tagen (negativ: davor, positiv: danach).
Weitere Daten der Sonnenaufgangsbeobachtungen finden Sie im entsprechenden Abschnitt unter "Analysis & Results".
Abhängig von dem Ort, von dem aus der Sonnenaufgang beobachtet wird, können die Felsen im Vordergrund (280 Meter entfernt) des Atlatl Rocks verwendet werden, um die Richtung zum Ort des Sonnenaufgangs an einem gewünschten Datum anzuzeigen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Untersuchungen des Bereichs (jetzt unter der Plattform), wo alte in den Fels gehauene Stufen sichtbar sind, eine besondere Stelle finden werden (vielleicht markiert wie der in Zoll (2014: Seiten 14-15; Verweise dort, [[B08]] ), von der aus die Sonnenaufgangsposition am Horizont mit Ausrichtungs-"Werkzeugen" im Vordergrund, wie es die Felsen sein können, zu bestimmen ist.)

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Der Schattenverlauf am Atlatl Rock

Es gibt zwei Ursachen, die die Bewegung der Schattenkante über die Atlatl-Felswand während des Jahres und während eines Tages verursachen:

      -   die primäre Schattenbewegung wird durch die Höhenänderung der Sonne zwischen folgenden Tagen verursacht

      -   die sekundäre Schattenbewegung wird verursacht die Änderung von Azimut und Elevation der Sonne
           während eines Tages (Teil 1) und die Wirkung der Änderung der Neigung der Oberkante des Schatten werfenden Felsens
           (s. slope change) in den ~ 1,5 Stunden vor Mittag (Teil 2).

Kurz nach Mittag (ca. 12:15 pm PDT im Herbst) liegt die ganze Felswand dann im Eigenschatten (self shadow) da die Sonne dann "hinter" der Felswand steht.

Primäre Schattenbewegung:

Der Felsen südlich der Atlatl-Felswand, der den Schatten auf die Wand wirft, an der die Petroglypen mit dem Atlatl eingeschlagen sind, hat eine fast gerade Oberkante, die einen Schatten mit gerader Oberkante auf die Wand wirft.

Die abnehmende Höhe der Sonne nach der Sommersonnenwende bewirkt, dass sich die obere Schattenkante am Atlatl Rock zwischen aufeinander folgenden Tagen nach oben bewegt. In den ersten Wochen nach der Sonnenwende ist die Höhenänderung gering.
Um die Tagundnachtgleiche herum hat die Änderung der Schattenposition jedoch ein Maximum von etwa 0,3 Grad pro Tag, was dazu führt, dass sich die obere Schattenkante um die herbstliche Tagundnachtgleiche zwischen aufeinander folgenden Tagen deutlich nach oben bewegt.

Dies wird in einem  Film  gezeigt, der die Schattenposition für jeden der neun Tage vor dem astronomischen Herbstäquinoktium zur gleichen Zeit um ~ 10:45 Uhr PDT zeigt. In der Zeitspanne zwischen 9:30 Uhr PDT und 10:50 Uhr PDT ist die Schattenkante jeden Tag sehr gerade und nahezu konstant in ihrer Position und somit ist 10:45 Uhr PDT ein guter Referenzzeitpunkt für die Beschreibung des Verhaltens der Schattenkante, bevor dann die Abwärtsbewegung des Schattens beginnt.

Sekundäre Schattenbewegung:
(die Abwärtsbewegung der Schattenkante nach 10:50 Uhr PDT)

Die Seite "Analysis & Results" gibt eine detaillierte Definition und Beschreibung der sekundäre Schattenbewegung.
Dort findet man auch eine ausführliche Begründung, diese sekundäre Schattenbewegung nicht weiter als wichtigen Indikator für Ereignisse um die Tagundnachtgleiche zu interpretieren. Alle detaillierten Beobachtungen der sekundären Schattenbewegung führen zu dem Schluss, dass das Zusammenspiel der Schattenkante und der Markierungen zu vage und zu unsicher ist, um eine eindeutige Signatur zu etablieren.

Es wurde daher entschieden, nur die primäre Schattenbewegung zu betrachten, um eine klare Verbindung zu den Solar Quarter Days und den Äquinoktien zu haben.

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Was wurde markiert?

In den 12 Jahren seit meiner zufälligen Entdeckung der Ausrichtung des Schattens am Atlatl Rock mit den konzentrischen Kreisen und dem Kreuz und seiner Verbindung zu den Tagundnachtgleichen haben sich meine Vorstellungen über die Bedeutung der zeitlichen Abfolge und der Markierungen stark verändert.

Die erste Idee war, dass zum Datum der Tagundnachtgleiche die Schattenlinie die Mittelpunkte der konzentrischen Ringe und des Kreuzes verbinden würde. Dies stellte sich als nicht der Fall heraus, da dies etwa 12 Tage vor dem Herbstäquinoktium (und 12 Tage nach dem Frühlingsäquinoktium) passiert.

Die nächste Idee war, dass der letzte Tag während der sekundären Schattenbewegung, an dem beobachtet werden konnte, wie der Schatten die Mittelpunkte der Markierungen kreuzte, die Tagundnachtgleiche angibt. Dies stellte sich jedoch als nicht sehr genau definiert und auch weit entfernt vom Datum der Tagundnachtgleiche heraus.

Schließlich stellte sich heraus, dass die Interaktion der Schattenlinie mit dem "Fuß" während der primären Schattenbewegung dem Äquinoktium bzw. dem Solar Quarter Day* am nächsten kommt. 
(*Es gibt anscheinend keinen Namen in der deutschen Sprache für den Solar Quarter Day. Der Solar Quarter Day (es gibt zwei) ist der Tag genau in der Mitte zwischen dem Datum der Sommer- und Wintersonnwende im Herbst bzw. in der Mitte zwischen Winter- und Sommersonnwende im Frühling. Die beiden Solar Quarter Days, zusammen mit den Sonnwendtagen, teilen das Jahr in vier gleiche Teile mit einer Länge von je 91,3 Tagen.
Der Solar Quarter Day im Frühling ist etwa zwei Tage nach dem Frühlingsäquinoktium, der Solar Quarter Day im Herbst ist etwa zwei Tage vor dem Herbstäquinoktium. (Die elliptische Bahn der Erde um die Sonne bedingt, dass sich die Erde im Winter schneller auf ihrer Bahn um die Sonne bewegt als im Sommer, da sie im Winter etwas näher an der Sonne ist ( 2. Keplersches Gesetz).)

Es könnte sein, dass im Frühling, wenn die Frühlings-Tagundnachtgleiche (oder der Frühlings-Solar Quarter Day) erreicht sind und ein paar Tage (12) später die Schattenlinie die Mitte der Kreise und die Mitte des Kreuzes verbindet, das eine besondere Bedeutung gehabt hat und so ein bestimmtes Datum markiert hat. Wie in anderen Kulturen könnte es das Datum gewesen sein, an dem mit dem Pflanzen begonnen wurde.
Der Versatz von fast einem halben Monat zum Äquinoktium/Solar Quarter Day kann auf die geografische Lage des Standorts und die klimatischen Umstände zurückzuführen sein.

Es besteht kein Zweifel, dass der Schatten am Atlatl Rock und sein Zusammenspiel mit den Markierungen eine gewisse Verbindung zu den Äquinoktien hat, aber der Zweck der verschiedenen anderen Ausrichtungen bleibt bisher ungeklärt.

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Beschreibung des Schattenverlaufs über ein Jahr

Wie oben erläutert, wird nur die primäre Schattenbewegung als wichtig angesehen, da die sekundäre Schattenbewegung keine eindeutige Signatur zur Bestimmung eines Datums liefert.
Aus der Beschreibung der Beobachtungen in 2017 und 2018 während der neun Tage vor und einem Tag nach Herbstäquinoktium lässt sich folgendes Gesamtbild über das Jahr (beginnend im Sommer) ableiten.

Hinweis für die folgende Beschreibung:
  • alle Beschreibungen, die nicht "beobachtet" wurden, aber sehr wahrscheinlich sind und aus den Beobachtungen abgeleitet wurden, sind kursiv gedruckt
  • aufgrund der kalendarisch bedingten variablen Daten der astronomischen Äquinoktien (z.B. Schaltjahre) kann das Datum der Tagundnachtgleiche der 19./20./21. März und der 21./22./23. September sein.

Sommer / Herbst

Während des "Sommers" , dh. der Zeit zwischen Frühlings- und Herbstäquinoktium, liegt die obere Schattenkante, die der Felsen südlich der Atlatl-Felswand wirft, immer unterhalb der Markierungen, die als Anzeige der Nähe der Tagundnachtgleiche vorgeschlagen werden. Die meisten Petroglyphen sind im Sommer immer im Sonnenlicht, bis die Wand an jedem Tag kurz nach Mittag im Eigenschatten liegt. Bereits kurz nach der Sommersonnenwende bewirkt die abnehmende Elevation der Sonne, dass sich die Schattenlinie zwischen den folgenden Tagen nach oben bewegt und dann immer mehr Petroglyphen in der Schattenzone sind.

Um die Herbst-Tagundnachtgleiche ist das Zusammenspiel der Schattenlinie und der Markierungen wie folgt (Tagundnachtgleiche am 22. September angenommen):

Etwa 18 Tage vor dem Tagundnachtgleiche (~4. Sept. ) berührt die Schattenlinie, die sich von unten jeden Tag näher an die Markierungen annähert, zum ersten Mal den unteren Teil der konzentrischen Kreise und das Kreuz. In den folgenden Tagen bewegt sich die Schattenlinie weiter nach oben.
Etwa 12 Tage vor dem Äquinoktium (~10. Sept. ) verbindet die Schattenkante die Mittelpunkte der Markierungen.
Etwa 8 Tage vor der Tagundnachtgleiche (~ 14 . Sept.) berührt die Schattenlinie während der primären Schattenbewegung zum letzten Mal die Kreise und das Kreuz oben.
Die einzige Markierung, die dann im Sonnenlicht über der Schattenlinie verbleibt, ist der "Fuß".
Die sich weiter zwischen den Tagen nach oben bewegende Schattenlinie erreicht den "Fuß" einen Tag später (ca. 15. September; etwa 7 Tage vor dem Äquinox) und in den folgenden Tagen überquert die Schattenlinie den "Fuß" bis etwa zwei Tage vor dem Äquinox (ca. 20. September), bis sich auch der "Fuß" vollständig in der Schattenzone unterhalb der Schattenlinie befindet.
Zwei Tage vor der herbstlichen Tagundnachtgleiche ist der herbstliche Solar Quarter Day!

Winter / Frühling

Während des "Winters", also der Zeit zwischen Herbst- und Frühlings-Tagundnachtgleiche, bleiben die Petroglyphen die ganze Zeit im Schatten, sobald die Schattenspitze sie kurz nach Sonnenaufgang erreicht hat. Dies gilt bis Mitte März (ca. 20. März ), wenn sich die obere Schattenlinie von oben den Markierungen nähert und die Bewegung der Schattenlinie umgekehrter Reihenfolge wie im Herbst erfolgen (Äquinoktium am 20. März angenommen):

  - der "Fuß" wird das erste Mal berührt (etwa 22. März; Frühlings Solar Quarter Day)
  - Schattenlinie unter "Fuß", aber über Kreisen und Kreuz (ca. 29. März)
  - Schattenlinie am oberen Rand von Kreisen und Kreuz (ca. 30. März)
  - Schattenlinie verbindet Mitte von Kreisen und Kreuz (ca. 3. April)
  - Schattenlinie am unteren Rand von Kreisen und Kreuz (ca. 7. April)
  - mehr und mehr der Petroglyphen sind immer im Sonnenlicht


Hinweis: Aufgrund der Zeitgleichung sind der lokale Mittag und alle abgeleiteten Zeiten im März und September unterschiedlich, so dass die Zeiten im März um fast 10 Minuten (siehe "equation of time") später sind als die beobachteten Zeiten im September.


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Zeitplan für (zukünftige) Beobachtungen


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Bemerkungen, offene Fragen, Gedanken und vorgeschlagene Beobachtungen

  • Im Jahr 2015 habe ich intensiv im Internet nach Bildern des Atlatl Rock mit sichtbaren Schatten und Angaben zu Datum und Uhrzeit der Aufnahme gesucht (siehe |X02|). Die Ergebnisse unterstützen die Beschreibung des Schattenverhaltens zu Zeiten, die ich nicht beobachtet habe.

  • An der Wand unter der Höhe der Plattform befinden sich viele weitere Petroglyphen einschließlich konzentrischer Kreise. Ihre Bedeutung für die mögliche Kennzeichnung anderer Ereignisse wie z.B. Sonnenwenden wurde nicht überprüft.

  • Die Richtung zum Sonnenaufgangspunkt am Horizont um die Tagundnachtgleiche kann durch die großen Felsen in dieser Richtung angezeigt werden. Es ist zu prüfen, ob es am Atlatl Rock eine markierte Position (wie zB in |B08|; Seiten 14-15) gibt, von der aus der Aufgangspunkt der Sonne zu einem bestimmten Datum (Solar Quarter Day, Äquinoktium , ???) wahrscheinlich ist.
    Falls die Steine als Richtungsweiser verwendet werden, könnten Markierungen auf den Steinen vorhanden sein.

  • Während der Sommer-/Wintersonnenwende und während der Frühlings-/Herbst-Tagundnachtgleiche: Scheint die Sonne (bei Sonnenaufgang) durch die Lücke in den Felsen links vom Atlatl Rock und beleuchtet eine Markierung auf den Felsen hinter dem Atlatl Rock?

  • Im November ist der Schatten auf dem Felsen etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang keine gerade Linie, sondern weist mehrere Knicke auf. Auf einem im Internet veröffentlichten Bild) sieht es so aus, als könnten zwei der Knicke zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die konzentrischen Kreise und das Kreuz zeigen. Könnte das eine Markierung der Wintersonnenwende bedeuten?


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durch Helmut Steinle